
Die „Rosenheimer Energiedialoge“ boten am 7. Juli 2025 im Gymnasium Bruckmühl eine informative Veranstaltung zum Thema „E-Mobilität“ an. Als Referenten konnten Prof. Dr. Michael Krödel vom Studiengang Energie- und Gebäudetechnologie der Technischen Hochschule Rosenheim und Leiter des Instituts für Gebäudetechnologie GmbH, sowie Dipl.-Ing. Hans Urban gewonnen werden, Inhaber eines Ingenieurbüros zur Beratung für erneuerbare Energien und E-Mobilität. Eine Ausstellung mit E-Fahrzeugen rundete die Veranstaltung ab.
Prof. Dr. Michael Krödel eröffnete den Abend mit einem humorvollen Impulsvortrag: Der Niedergang Englands in vielen Bereichen nach 1900 zeige, wie rasch sich Dinge ändern können. Ähnlich schnell sei heute der Wandel bei den Themen Elektromobilität und Photovoltaik (PV).
Im Hauptvortrag stellte Dipl.-Ing. Hans Urban in Frage, ob es sinnvoll ist, die Autoindustrie zu stützen, um den besten Verbrenner der Welt zu bauen. Es gibt jedoch auch positive Entwicklungen: Ladeparks mit PV sind ein „wunderbares Doppel“, egal ob sie für Pendler oder für Mitarbeiter gebaut werden. Zuhause führt die Kombination von PV und Elektromobilität zu mehr Energieautarkie und niedrigen Kosten, besonders für Vielfahrer. E-Autos auf deutschen Straßen reduzieren den Treibstoffbedarf bereits heute um 1,4 Mrd. Liter jährlich und senken damit den CO2-Ausstoß, weil der Strom schon heute zu 60 % erneuerbar erzeugt wird.
Der Referent räumt auch mit einigen Mythen auf: Ladesäulen sind mittlerweile meist ausreichend verfügbar. Zwei kurze Pausen zum schnelle Nachladen während einer Urlaubsfahrt nach Italien erscheinen durchaus erträglich. Brände sind bei E-Autos zwar schwieriger zu löschen, treten aber 20-mal seltener auf als bei Verbrennern. Für die Produktion eines Lithium-Ionen-Akkus wird weniger Wasser verbraucht als für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch; kritischer sind hier Nickel und Kobalt, die es bei Lithium-Eisenphosphat-Akkus nicht gibt. Akkus haben eine lange Lebensdauer, die weitgehend durch eine Garantie abgesichert ist. Auch gebrauchte E-Autos sind oft eine gute Wahl.
Auf Wasserstoff als Treibstoff sollte man nicht warten; der wird z.B. in der Stahl- und Chemieindustrie dringend benötigt. Batterie-elektrische Antirebe kommen zudem mit einem Drittel der Energie und einer weit einfacheren Infrastruktur aus. Sie dürften sich daher nicht nur in Pkws, sondern auch in Bussen, Lkws und Baumaschinen durchsetzen.
Im Schulhof konnte man vom „Elektro-Würfel“ bis zum „E-Bulli“ verschiedenste E-Fahrzeuge besichtigen und mit ihren Besitzern oder Verkäufern interessante Gespräche führen.





