
Die Umstellung der Wärmeversorgung in bestehenden Gebäuden ist eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende. Um hier praxistaugliche Lösungen für die Region zu finden, kamen kürzlich die Vertreter der 16 Mitgliedskommunen des Klimaschutz-Netzwerks Rosenheim-Traunstein zu ihrem achten Arbeitstreffen in Raubling zusammen.
Expertenwissen für die kommunale Praxis
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage, wie eine zukunftsfähige Heizungserneuerung im Gebäudebestand gelingen kann. Zwei Kerntechnologien standen dabei im Fokus:
Wärmepumpen: Christoph Jahn (Bauer Schlosser Wiesner Planungsgesellschaft mbH) zeigte auf, dass Wärmepumpen – insbesondere in Kombination mit PV-Anlagen und einer energetischen Sanierung der Gebäudehülle – eine wirtschaftliche und ökologische Alternative zu Pelletheizungen darstellen.
Regionale Biomasse: Sebastian Henghuber (MW Biomasse AG) betonte das enorme Potenzial nachhaltig bewirtschafteter Energiehölzer aus der Region und stellte flexible Modelle wie das Wärmecontracting für Kommunen vor.
Theorie trifft Praxis: Besuch der Kita St. Theresia
Ein Highlight des Tages war die Besichtigung des Neubaus der Kita St. Theresia in Raubling. Architekt Simon Bauer präsentierte, wie moderne Effizienzhausstandards und eine leistungsstarke Wärmepumpe auch unter schwierigen Bodenverhältnissen (Moorboden) erfolgreich und kosteneffizient umgesetzt werden können.
Gemeinsam für die Region
Neben den Fachvorträgen nutzten die Kommunen die Gelegenheit, den Stand ihrer eigenen Klimaschutzmaßnahmen abzugleichen. Ein besonderer Moment war die Würdigung und Verabschiedung des langjährigen Bürgermeisters Georg Weigl, der die Bedeutung des Netzwerks für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch hervorhob.
Das kommunale Klimaschutznetzwerk Rosenheim-Traunstein
Im Klimaschutznetzwerk Ressourceneffizienz Rosenheim-Traunstein arbeiten folgende Kommunen für eine Laufzeit von drei Jahren zusammen: Bad Aibling, Bad Feilnbach, Bruckmühl, Eiselfing, Feldkirchen-Westerham, Kolbermoor, Neubeuern, Pfaffing, Prien am Chiemsee, Raubling, Rohrdorf, Rosenheim (Stadt), Samerberg, Siegsdorf, Stephanskirchen und Tuntenhausen. Mit Unterstützung durch das Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) in Rosenheim werden die 16 Kommunen in drei Jahren Netzwerkarbeit ihre Erfahrungen austauschen und die CO₂-Bilanz der Region nachhaltig zu verbessern und vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen.
